
Locken schneiden: Warum die falsche Länge den Sprung kostet
Es gibt diesen Moment auf dem Friseurstuhl, in dem alles perfekt aussieht. Das Haar ist nass, die Locken hängen schwer und glänzend herunter, die Länge stimmt, die Form sitzt. Zwei Stunden später, zu Hause, im eigenen Badezimmerlicht: Der Oberkopf steht ab, die Seiten hängen platt, und irgendwo auf Ohrhöhe beginnt eine Stufe, die dort niemand haben wollte.
Das liegt selten am Können des Friseurs. Es liegt daran, dass lockiges Haar nass etwas völlig anderes ist als trocken. Nass ist es lang, glatt und berechenbar. Trocken zieht es sich zusammen, federt nach oben, und jede Locke entscheidet selbst, wo sie sich hinlegt. Wer Locken im nassen Zustand schneidet wie glattes Haar, arbeitet mit einer Vorlage, die es nach dem Trocknen nicht mehr gibt.
Dieser Beitrag klärt, was einen echten Lockenschnitt ausmacht, welche Länge zu welchem Lockentyp passt, was kurze, mittlere und lange Schnitte jeweils leisten – und was sie kosten, in Aufwand und in Nachschnitten.

Was ist ein Lockenschnitt – und was unterscheidet ihn vom klassischen Haarschnitt
Ein Lockenschnitt wird trocken geschnitten, im gestylten Zustand, Locke für Locke. Der Friseur arbeitet nicht mit Partien und Scheiteln, sondern mit einzelnen Lockensträhnen, die er in ihrem natürlichen Fall beurteilt und einzeln kürzt. Das Ergebnis ist kein symmetrisches Schnittbild im klassischen Sinn – es ist eine Form, die erst entsteht, wenn das Haar so liegt, wie es ohnehin liegen will.
Der klassische Nassschnitt funktioniert anders. Das Haar wird durchgekämmt, in Sektionen geteilt und auf gleiche Länge gebracht. Bei glattem Haar ergibt das eine saubere Linie. Bei Locken ergibt es eine Linie, die nach dem Trocknen verschwindet, weil jede Locke unterschiedlich stark hochspringt. Aus einer geraden Kante wird ein unruhiger Saum.
Auch die Stufung unterscheidet sich. Klassische Stufen werden über den gesamten Kopf durchgezogen und nehmen Gewicht heraus. Bei Locken erzeugt genau das oft das Gegenteil des Gewünschten: kurze Stufen am Oberkopf springen weg und stehen ab, während die Längen unverändert schwer bleiben.
Bekannt geworden sind in den letzten Jahren mehrere Schnittmethoden, die konsequent trocken arbeiten. Der DevaCut schneidet jede Locke einzeln in ihrem natürlichen Fall. Der Rëzo Cut verfolgt das Ziel, Volumen gleichmäßig über den Kopf zu verteilen, statt es nur oben aufzubauen. Der Curve Cut arbeitet mit gebogenen Schnittlinien, die der Rundung des Kopfes folgen. Die Ansätze unterscheiden sich im Detail, teilen aber dieselbe Grundidee: Geschnitten wird das, was man später sieht.

Den eigenen Lockentyp bestimmen
Bevor über Länge gesprochen wird, sollte der Lockentyp klar sein. Die gängige Einteilung reicht von Typ 2 (wellig, S-förmig, oft am Ansatz flach) über Typ 3 (klare Spiralen, von lockig bis eng gedreht) bis Typ 4 (krause, sehr enge Muster, teils zickzackförmig).
Dazu kommen zwei Faktoren, die mindestens so wichtig sind. Die Haardichte beschreibt, wie viele Haare tatsächlich auf dem Kopf wachsen – feines, aber dichtes Haar verhält sich völlig anders als dickes, aber dünn besetztes. Die Porosität sagt, wie schnell das Haar Feuchtigkeit aufnimmt und wieder verliert. Hochporöses Haar saugt Produkte auf und trocknet schnell aus, niedrigporöses lässt kaum etwas hinein und fühlt sich schnell beschwert an.
Der entscheidende Wert für die Schnittlänge ist aber der Schrumpffaktor. Er beschreibt, wie viel kürzer das Haar trocken wirkt als nass. Bei welligem Typ 2 sind das oft nur zehn bis zwanzig Prozent. Bei Typ 3 sind dreißig bis fünfzig Prozent normal. Bei Typ 4 kann sich das Haar um siebzig Prozent und mehr zusammenziehen. Eine Strähne, die nass bis zur Brust reicht, sitzt trocken am Kinn.
Wer das nicht einkalkuliert, landet regelmäßig bei einer Länge, die er nie bestellt hat. Deshalb gilt im Salon: Immer über die trockene Zielllänge sprechen, nie über die nasse.

Kurze Haarschnitte für Locken
Kurze Schnitte sind bei Locken keine Notlösung, sondern oft die Länge mit dem meisten Sprung. Ohne Gewicht in den Längen darf sich die Locke frei aufrollen.
Curly Pixie
Sehr kurz an den Seiten, deutlich länger am Oberkopf. Die Wirkung lebt vom Kontrast: unten Kontur, oben Volumen. Geeignet für dichtes Typ-3- und Typ-4-Haar, bei dem Fülle ohnehin vorhanden ist. Bei feinem, welligem Haar fehlt dagegen oft die Substanz, und der Schnitt wirkt flach statt frech.
Curly Bob
Endet zwischen Kiefer und Kinn, meist mit leicht gerundeter Form. Der Curly Bob rahmt das Gesicht und bringt Breite auf Wangenhöhe – was bei langen, schmalen Gesichtern gut funktioniert und bei runden Gesichtern schnell zu viel wird. Hier hilft es, die vordere Partie ein paar Zentimeter länger stehen zu lassen.
Curly Shag
Stark gestuft, mit kurzen Partien am Oberkopf und weicheren Längen. Der Shag erzeugt bewusst Unordnung und eignet sich für alle, die Definition mögen, aber keine glatte Form wollen. Er verzeiht ungleiche Lockenmuster besser als jeder andere Schnitt.
Die Grenze kurzer Schnitte liegt in der Haltbarkeit. Weil jeder Zentimeter Nachwuchs die Form sichtbar verändert, ist der Nachschnitt kein Luxus, sondern Pflicht.
Mittellange Haarschnitte für Locken
Für die meisten Lockentypen ist die mittlere Länge der pflegeleichteste Kompromiss. Es ist genug Gewicht da, um den Ansatz zu beruhigen, und noch nicht genug, um die Locke auszuziehen.
Curly Lob
Der lange Bob endet zwischen Kinn und Schulter. Er gilt als die verlässlichste Länge überhaupt, weil er bei Typ 2 wie bei Typ 3 funktioniert. Wichtig ist, dass er nicht auf Schulterhöhe endet – dort staucht sich die Locke an der Schulter und knickt nach außen weg.
Stufen ab Kinnhöhe
Beginnen die Stufen erst auf Kinnhöhe, bleibt oben genug Gewicht, damit der Ansatz nicht abhebt. Gleichzeitig nimmt der Schnitt unten Masse heraus, bevor die typische Dreiecksform entsteht. Diese Variante ist besonders bei dichtem Haar sinnvoll.
Mittellanger Shag
Die weichere Version des kurzen Shags, mit Gesichtsrahmung und fließenden Übergängen. Er bringt Bewegung ins Deckhaar, ohne die Länge zu opfern, und ist damit die häufigste Empfehlung für alle, die nicht zu kurz gehen wollen.
Lange Haarschnitte für Locken
Lang zu tragen ist bei Locken möglich, verlangt aber die meiste Planung. Ab etwa Brusthöhe wird das Eigengewicht zum Problem: Die Locke wird nach unten gezogen, das Muster öffnet sich, und was am Ansatz noch eine Spirale war, ist auf halber Länge nur noch eine Welle.
Lange Stufen
Weiche, weit auslaufende Stufen nehmen Gewicht heraus, ohne die Gesamtlänge anzutasten. Sie sind die Grundvoraussetzung dafür, dass langes Lockenhaar oben nicht platt liegt.
V-Schnitt
Die Längen laufen hinten spitz zu. Das wirkt dynamisch und verstärkt den Eindruck von Länge – allerdings verstärkt es auch die Dreiecksform, wenn nicht gleichzeitig Masse aus den Seiten genommen wird.
U-Schnitt
Die hintere Linie ist weich gerundet. Diese Form verteilt das Volumen gleichmäßiger und ist für dichtes Lockenhaar meist die bessere Wahl als der V-Schnitt.
Layering gegen die Dreiecksform
Die eigentliche Arbeit bei langen Locken passiert nicht an der Spitze, sondern an den Seiten. Gezieltes Ausdünnen in der Innenlage – nicht mit der Effilierschere, sondern durch entnommene Lockensträhnen – verhindert, dass sich das Haar auf Ohrhöhe nach außen schiebt.
Wirkung im Vergleich: Volumen, Definition, Pflegeaufwand
| Kriterium | Kurz | Mittel | Lang |
|---|---|---|---|
| Volumen am Ansatz | Gut | Gut | Schlecht |
| Lockendefinition | Gut | Gut | Mittel |
| Styling-Aufwand täglich | Mittel | Gut | Schlecht |
| Alltagstauglichkeit (Zopf, Sport) | Schlecht | Mittel | Gut |
| Abstand zwischen Nachschnitten | Schlecht | Mittel | Gut |
| Fehlerverzeihend bei ungleichem Muster | Gut | Mittel | Schlecht |
Die Tabelle zeigt das Grundmuster: Kurz gewinnt bei Sprung und Definition, verliert bei Alltagsflexibilität. Lang gewinnt bei Praktikabilität, verliert bei Volumen. Die mittlere Länge hat keine Spitzenwerte, aber auch keinen echten Schwachpunkt.
Vorteile und Nachteile der einzelnen Längen
Kurz bringt maximalen Sprung, definierte Locken und eine klare Form. Dafür ist alle sechs bis acht Wochen ein Nachschnitt fällig, Zusammenbinden entfällt, und schlechte Haartage lassen sich kaum kaschieren.
Mittel ist der beste Kompromiss aus Volumen und Handhabung, funktioniert mit den meisten Lockentypen und braucht nur alle zehn bis zwölf Wochen einen Termin. Dafür ist die Übergangszone zur Schulter heikel: Wenige Zentimeter zu lang, und die Locke knickt ab.
Lang erlaubt Zopf, Dutt und alle Alltagsvarianten, wirkt üppig und verzeiht längere Abstände zwischen den Terminen. Dafür kostet es Volumen am Ansatz, braucht deutlich mehr Produkt, längere Trockenzeiten und regelmäßiges Entfernen von Spliss, der sich bei Locken früher zeigt als bei glattem Haar.

Anwendung: Was nach dem Schnitt passieren muss
Der beste Schnitt fällt in sich zusammen, wenn das Styling nicht dazu passt. Die Reihenfolge ist dabei wichtiger als die Menge.
Auf klatschnasses Haar kommt zuerst ein Leave-in als Feuchtigkeitsbasis. Danach folgt eine Lockencreme für Geschmeidigkeit, zuletzt ein Gel, das die Form fixiert. Jedes Produkt wird in das noch tropfende Haar eingearbeitet, nicht in handtuchtrockenes – Locken brauchen Wasser als Trägermedium.
Beim Einarbeiten hilft das Scrunchen: Das Haar wird von den Spitzen her nach oben zur Kopfhaut gedrückt, nicht gestreichelt. Das aktiviert das Lockenmuster.
Anschließend entweder plopping – das Haar wird nach vorne über den Kopf in ein Baumwoll-T-Shirt oder Mikrofasertuch gelegt und zwanzig Minuten locker eingewickelt – oder direkt der Diffusor. Wichtig dabei: niedrige Geschwindigkeit, mittlere Hitze, den Diffusor an den Kopf heranführen und die Locken hineinlegen, statt sie anzublasen.
Ist das Haar vollständig trocken, fühlt es sich durch das Gel hart an. Dieser Gelmantel, der sogenannte Cast, wird zum Schluss mit den Händen aufgebrochen: Haar in die Hände nehmen, leicht kneten, bis es weich wird. Wer das überspringt, trägt eine Helmfrisur. Wer es zu früh macht, bekommt Frizz.
Häufige Probleme und wie man sie löst
Dreiecksform. Ursache: Zu wenig Masse aus der Innenlage entnommen, Stufen zu tief angesetzt. Lösung: Beim nächsten Termin gezielt innen ausdünnen lassen, nicht außen kürzen. Ein U-Schnitt statt einer geraden Linie hilft zusätzlich.
Platter Ansatz. Ursache: Zu viel Gewicht in den Längen oder Produkt, das direkt an der Kopfhaut beschwert. Lösung: Ansatz beim Trocknen anheben, Produkte erst ab zwei Fingerbreit unterhalb der Kopfhaut auftragen, bei langem Haar über Stufen Gewicht herausnehmen.
Abstehende Partien am Oberkopf. Ursache: Zu kurze Stufen im Deckhaar, die beim Trocknen wegfedern. Lösung: Übergangszeit mit Feuchtigkeit und etwas mehr Gel überbrücken, künftig Stufen nicht höher als auf Ohrhöhe ansetzen lassen.
Unterschiedliche Lockenmuster am selben Kopf. Völlig normal – der Nacken ist oft lockiger als die Partie über der Stirn. Lösung: Ein gestufter Schnitt wie der Shag gleicht das optisch aus. Zusätzlich hilft es, die lockereren Partien mit etwas mehr Gel zu behandeln.
Frizz direkt nach dem Schnitt. Ursache: Meist ein Nassschnitt mit stumpfen oder effilierten Spitzen. Lösung: Feuchtigkeitskur, danach zwei bis drei Wochen abwarten – beim nächsten Mal einen trockenen Lockenschnitt vereinbaren.
Der Friseurbesuch: Die richtigen Fragen stellen
Einen erfahrenen Lockenfriseur erkennt man vor dem ersten Schnitt an drei Dingen: Er fragt nach der Routine, nicht nur nach der Wunschlänge. Er will das Haar trocken und gestylt sehen. Und er spricht über den Schrumpffaktor, ohne dass man ihn danach fragen muss.
Diese drei Fragen sollte man vorab stellen:
Schneiden Sie trocken oder nass? Eine eindeutige Antwort spart Enttäuschungen.
Wie viel Länge verliere ich trocken gerechnet? Wer hier auf die nasse Länge verweist, hat die Frage nicht verstanden.
Arbeiten Sie mit der Effilierschere? Bei Locken erzeugt sie meist Frizz statt Leichtigkeit – Masse sollte über entnommene Lockensträhnen reduziert werden.
Und der wichtigste praktische Hinweis: Mit getrocknetem, fertig gestyltem Haar zum Termin erscheinen. Kein Dutt, kein Zopf, keine frisch gewaschene Version. Nur so sieht der Friseur, was er tatsächlich schneidet.
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Fazit
Wer welliges Typ-2-Haar hat und Volumen vermisst, fährt mit einem Lob oder einem mittellangen Shag am besten – lang wird bei dieser Struktur fast immer platt. Typ 3 hat die größte Auswahl und die besten Ergebnisse zwischen Kinn und Schlüsselbein. Typ 4 gewinnt mit kurzen bis mittleren Schnitten am meisten Definition, weil das Gewicht die engen Muster sonst auszieht.
Der Satz, der über allem steht: Nicht die Länge entscheidet über das Ergebnis, sondern ob im trockenen Zustand geschnitten wurde.
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Tipp: Immer in klatschnasses Haar einarbeiten, nie in handtuchtrockenes. Das Wasser ist das Trägermedium – fehlt es, verteilt sich die Creme nur auf der Oberfläche und beschwert.
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Das Gel bildet den sogenannten Cast, einen dünnen Film um jede Locke, der die Form beim Trocknen konserviert. Nach dem vollständigen Trocknen wird dieser Mantel mit den Händen aufgebrochen – erst dann wird das Haar wieder weich und behält trotzdem die Definition.
Tipp: Lieber ein starkes Gel sparsam als ein schwaches großzügig. Und den Cast wirklich erst brechen, wenn das Haar zu hundert Prozent trocken ist. Wer zu früh knetet, bekommt Frizz statt Sprung.
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Leave-in Conditioner
Der erste Schritt nach dem Waschen und bei porösem Haar der wichtigste. Er versorgt die Längen mit Feuchtigkeit, die über den Tag gehalten wird, und sorgt dafür, dass sich die Locke überhaupt erst sauber formt.
Tipp: Bei niedrigporösem Haar, das Produkte schlecht aufnimmt, hilft leichte Wärme. Nach dem Auftragen zehn Minuten ein warmes Handtuch um den Kopf legen – die Schuppenschicht öffnet sich und lässt den Wirkstoff hinein.
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Tipp: Niedrige Gebläsestufe, mittlere Hitze. Die Locken von unten in den Diffusor hineinlegen und den Kopf zur Seite neigen, statt die Luft frontal auf das Haar zu richten. Am Ansatz kurz halten, dann weiterwandern.
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Frotteehandtücher rauen die Schuppenschicht auf und erzeugen genau den Frizz, den man anschließend mit Produkt bekämpft. Ein Mikrofasertuch nimmt Wasser auf, ohne zu reiben.
Tipp: Das Tuch eignet sich auch fürs Plopping. Haar nach vorne über den Kopf ins ausgebreitete Tuch legen, locker einschlagen und zwanzig Minuten tragen. Die Locke trocknet dabei in aufgerollter Position an.
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Haarschere für den Spitzenschnitt
Für das gelegentliche Entfernen einzelner abgestorbener Spitzen zwischen zwei Terminen. Entscheidend ist die Schärfe – eine stumpfe Schere quetscht das Haar, statt es zu trennen, und der Spliss kommt schneller zurück, als er gegangen ist.
Tipp: Immer an der trockenen, ausgestylten Einzellocke arbeiten, nie mehrere Strähnen gleichzeitig. Und nie mehr als einen halben Zentimeter auf einmal – die Form selbst gehört in den Salon.
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Feuchtigkeitsmaske für lockiges Haar
Locken sind strukturbedingt trockener als glattes Haar, weil der Talg den gewundenen Haarschaft schlechter hinunterwandert. Eine wöchentliche Maske gleicht das aus und ist die Voraussetzung dafür, dass ein guter Schnitt auch nach Wochen noch gut aussieht.
Tipp: Die Maske nicht in das trockene Haar geben, sondern in das nasse nach der Wäsche, und dabei mit den Fingern durch die Längen kämmen. Das ist der einzige Moment, in dem Locken entwirrt werden sollten.
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Baumwolle entzieht dem Haar über Nacht Feuchtigkeit und reibt an der Schuppenschicht. Satin lässt das Haar gleiten – das Ergebnis ist ein deutlich ruhigerer Morgen und eine Frisur, die den zweiten und dritten Tag übersteht.
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Häufige Leserfragen zum Thema
Wie oft muss ich Locken nachschneiden lassen?
Das hängt fast ausschließlich von der Länge ab, nicht von der Haarqualität. Kurze Schnitte verlieren ihre Form nach sechs bis acht Wochen, mittellange halten zehn bis zwölf Wochen, lange Locken kommen oft ein halbes Jahr ohne größeren Eingriff aus. Der Grund: Je kürzer der Schnitt, desto sichtbarer verändert jeder Zentimeter Nachwuchs die Proportion.
Tipp: Wer lange tragen möchte, sollte trotzdem alle drei bis vier Monate einen reinen Spitzenschnitt einplanen. Aufgesplisste Enden verhaken sich ineinander und lösen das Lockenmuster von unten her auf – das kostet am Ende mehr Länge, als regelmäßiges Kürzen je gekostet hätte.
Kann ich meine Locken selbst schneiden?
Einzelne Spitzen ja, eine Form nein. Wer eine deutlich abgestorbene Locke sieht, kann sie mit einer scharfen Haarschere trocken und einzeln abschneiden, ohne Schaden anzurichten. Eine komplette Gesichtsrahmung oder Stufung selbst anzulegen, geht dagegen fast immer schief, weil man den Hinterkopf nicht beurteilen kann und die eigene Armhaltung die Locke anhebt.
Tipp: Beim Selbstschneiden nie an der nassen Strähne ansetzen und nie mehrere Locken gleichzeitig in die Hand nehmen. Immer eine einzelne, trockene, ausgestylte Locke – und maximal einen halben Zentimeter.
Warum sehen meine Locken nach dem Friseur schlechter aus als vorher?
In den meisten Fällen wurde nass geschnitten und mit der Effilierschere ausgedünnt. Beide Verfahren funktionieren bei glattem Haar gut und bei Locken schlecht: Der Nassschnitt orientiert sich an einer Länge, die nach dem Trocknen nicht mehr existiert, und die Effilierschere erzeugt tausende unterschiedlich lange Härchen, die sich nicht in die Locke einfügen, sondern als Frizz abstehen.
Tipp: Nach so einem Termin nicht sofort nachschneiden lassen. Zwei bis drei Wochen mit Feuchtigkeitspflege arbeiten, dann bei einem auf Locken spezialisierten Friseur trocken korrigieren lassen.
Brauche ich wirklich einen speziellen Lockenfriseur?
Bei welligem Typ-2-Haar kommt ein guter klassischer Friseur oft gut zurecht. Ab Typ 3, also bei klaren Spiralen, macht der Unterschied sehr viel aus – vor allem, weil die Beurteilung im trockenen Zustand Erfahrung verlangt, die man mit glattem Haar nicht sammelt.
Tipp: Der Titel „Lockenexperte“ ist nicht geschützt. Aussagekräftiger als die Bezeichnung sind die Vorher-Nachher-Bilder auf der Salon-Website – und zwar die trockenen, nicht die frisch geföhnten.
Hilft ein Stufenschnitt gegen die Dreiecksform?
Nur, wenn er an der richtigen Stelle ansetzt. Die Dreiecksform entsteht, weil das Haar am Oberkopf durch das Eigengewicht flach liegt, während sich die Längen nach außen schieben. Stufen, die zu hoch beginnen, verschlimmern das sogar: Sie federn oben weg und nehmen unten kein Gewicht heraus.
Tipp: Die Masse muss aus der Innenlage auf Ohr- bis Kinnhöhe heraus, nicht von außen weggeschnitten werden. Wer im Salon konkret nach „Gewicht aus den Seiten, Innenlage“ fragt, bekommt eher das gewünschte Ergebnis als mit dem Wort „Stufen“.
Meine Locken sind am Hinterkopf lockiger als vorne – ist das normal?
Ja, und zwar bei den meisten Menschen. Unterschiedliche Lockenmuster auf einem Kopf sind der Normalfall, nicht die Ausnahme. Ursachen sind unterschiedliche Follikelformen, Reibung am Kopfkissen und bei vielen auch alte Hitzeschäden im Deckhaar, die sich erst über Monate herauswachsen.
Tipp: Statt die Partien anzugleichen, das Ungleiche nutzen. Ein gestufter Schnitt wie der Shag verwischt die Übergänge optisch. Die lockereren Partien vertragen dabei etwas mehr Gel als die stark gelockten.
Wie lange dauert es, bis ein schlechter Lockenschnitt herausgewachsen ist?
Haare wachsen im Schnitt etwa einen Zentimeter pro Monat – bei Locken sieht man davon durch den Schrumpffaktor aber nur die Hälfte oder weniger. Eine missratene Stufe im Deckhaar braucht deshalb realistisch sechs bis zwölf Monate, bis sie sich in die Gesamtform einfügt.
Tipp: Die Zeit lässt sich abkürzen, indem der Rest der Form an die unglückliche Partie angepasst wird. Ein bewusst gesetzter Shag kaschiert eine zu kurze Stelle besser als jeder Versuch, sie unauffällig zu lassen.
Werden Locken durch häufiges Schneiden dicker?
Nein. Die Haardichte wird an der Kopfhaut bestimmt, nicht an der Spitze – Schneiden verändert daran nichts. Was tatsächlich passiert: Gesunde, gleichmäßige Spitzen rollen sich besser auf und werfen mehr Licht zurück, wodurch das Haar voller wirkt. Der Effekt ist optisch, nicht biologisch.
Tipp: Wer mehr Fülle will, erreicht mehr über die Form als über die Frequenz. Ein Schnitt, der Volumen im oberen Drittel aufbaut, macht sichtbar mehr her als noch ein Zentimeter weniger Länge.
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