Overnight Heatless Blowout: Salon-Volumen über Nacht – ganz ohne Föhn
Es ist 30 Grad, das Badfenster steht offen, und trotzdem bringt der Föhn die Luft im Raum zum Stehen. Die Haare sind frisch gewaschen, das gute Hemd liegt schon bereit – und nach drei Minuten mit der Rundbürste läuft der Nacken. Wer im Sommer föhnt, verliert doppelt: einmal an Komfort, einmal an Haarsubstanz. Denn die Hitze, die den Schwung in die Längen bringt, arbeitet gleichzeitig gegen die äußere Schuppenschicht.
Genau in diese Lücke ist ein Trend gestoßen, der auf Social Media derzeit in Millionen Feeds auftaucht: der Overnight Heatless Blowout. Die Idee dahinter ist alt, die Umsetzung neu sortiert. Statt morgens mit Föhn und dicker Rundbürste zu hantieren, werden die fast trockenen Haare abends auf dicke Seidenrollen gewickelt. Über Nacht macht das Haar die Arbeit von selbst. Am Morgen wird ausgedreht, ausgeschüttelt, fertig.
Der Reiz liegt nicht nur im Ergebnis, sondern im Zeitpunkt. Die Styling-Zeit verschiebt sich in einen Moment, in dem man ohnehin nichts anderes vorhat. Dieser Beitrag erklärt, was beim Heatless Blowout tatsächlich im Haar passiert, wie die Technik Schritt für Schritt funktioniert, welche Fehler das Ergebnis ruinieren – und was man tun kann, wenn morgens nicht der erhoffte Schwung im Spiegel steht.

Was ist der Overnight Heatless Blowout?
Der Begriff Blowout kommt aus dem Salon und beschreibt keine Locken, sondern eine bestimmte Form: kräftiges Volumen direkt am Ansatz, eine glatte, ruhige Mittellänge und eine weiche, nach außen oder innen fallende Biegung in den Spitzen. Klassischerweise entsteht dieser Look mit Föhn, Rundbürste und viel Zug. Der Heatless Blowout ahmt genau diese Silhouette nach – nur ohne Hitze.
Damit unterscheidet er sich deutlich von den Heatless Curls, die vor einigen Jahren viral gingen. Bei der Haarband-Methode wird das gesamte Haar um ein weiches Rundband gewickelt, das Ergebnis sind gleichmäßige Wellen über die volle Länge. Beim Blowout dagegen bleibt die Mitte bewusst glatt, und der Fokus liegt auf Ansatz und Spitzen.
Auch gegenüber Papilotten und klassischen Schaumwicklern gibt es einen klaren Unterschied. Papilotten sind dünn und erzeugen definierte, engere Locken – eher Korkenzieher als Salon-Schwung. Schaumwickler liegen näher am Ziel, sind aber meist deutlich fester im Kern, drücken beim Liegen und hinterlassen an der Klammerstelle gern einen Knick. Die dicken, weichen Seidenrollen des Heatless Blowout sind großzügig im Durchmesser, geben nachts nach und formen dadurch eine offenere, natürlichere Biegung.
Gut mitmachen mittellange bis lange Haare, also alles ab etwa Kinnlänge, sowie feines bis mittelkräftiges Haar mit leichter Eigenwelle. Auch coloriertes Haar profitiert, weil ihm jede vermiedene Hitzeanwendung zugutekommt. Schwieriger wird es bei sehr kurzen Haaren, weil die Länge nicht ausreicht, um eine Rolle sauber zu umschließen, und bei sehr dichtem, kräftigem Haar, das über Nacht kaum vollständig trocknet.

Wirkung: Was in der Nacht mit dem Haar passiert
Der Effekt ist kein Trick, sondern Chemie. Haar besteht überwiegend aus Keratin, dessen Struktur unter anderem von Wasserstoffbrücken zusammengehalten wird. Diese Bindungen sind vergleichsweise schwach und reagieren empfindlich auf Wasser. Wird das Haar feucht, lösen sich die Brücken. Trocknet es in einer neuen Position, richten sie sich in genau dieser Form wieder aus – und halten sie, bis erneut Feuchtigkeit ins Spiel kommt.
Daraus folgt die wichtigste Regel der Methode: Das Haar muss beim Eindrehen etwa 80 Prozent trocken sein. Ist es klatschnass, braucht es zu lange, das Ergebnis wird schlaff oder bleibt am Morgen klamm. Ist es vollständig durchgetrocknet, fehlt die Feuchtigkeit, die die Bindungen erst löst – die Rollen hinterlassen dann höchstens einen müden Bogen. Der Zustand, den man anstrebt, fühlt sich kühl an, aber nicht nass.
Der zweite Baustein ist das Material. Seide hat eine glattere Oberfläche als Baumwolle und erzeugt beim Kontakt weniger Reibung. Baumwolle wirkt dagegen wie ein feiner Schmirgel: Sie raut die Schuppenschicht auf, entzieht dem Haar zusätzlich Feuchtigkeit und ist einer der Hauptgründe für Frizz am Morgen. Wer nachts mehrere Stunden mit dem Kopf auf einem Material liegt, spürt diesen Unterschied ganz konkret in der Kämmbarkeit.
Zum Vergleich der Blick auf die Hitzeformung: Ab etwa 150 Grad verändert sich nicht nur die Wasserstoffbrücken-Struktur, sondern es beginnt auch die Cuticula zu leiden. Die dachziegelartig angeordneten Schuppen stellen sich auf, das Haar verliert Feuchtigkeit schneller, reflektiert weniger Licht und wirkt matter. Bei einmaliger Anwendung ist das kein Drama. Bei täglichem Föhnen über Monate summiert sich der Effekt zu spröden Spitzen und stumpfem Glanz. Der Heatless Blowout umgeht diesen Mechanismus vollständig.

Anwendung: Schritt für Schritt zum Blowout
- Vorbereitung. Haare waschen, mit dem Handtuch vorsichtig ausdrücken statt rubbeln, dann an der Luft antrocknen lassen oder kurz kalt anföhnen. Ziel ist der bereits beschriebene Zustand von etwa 80 Prozent.
- Leave-in-Spray auftragen. Ein leichtes Leave-in-Conditioner-Spray sparsam von der Mittellänge bis in die Spitzen sprühen. Es hält über Nacht Feuchtigkeit im Haar und sorgt für den Halt am nächsten Tag. Der Ansatz bleibt frei, sonst kippt das Volumen sofort.
- Abteilen. Je nach Haarmenge zwei bis vier Partien nehmen: eine je Seite und eine bis zwei im Hinterkopfbereich. Weniger Partien bedeuten größere, weichere Wellen, mehr Partien bringen Definition.
- Wickelrichtung wählen. Für den typischen Blowout-Schwung jede Partie nach hinten und oben einrollen, also vom Gesicht weg. Diese Richtung erzeugt den offenen Rahmen, der den Look aus dem Salon ausmacht.
- Rollenstärke anpassen. Dicke Rollen ergeben lockeres Volumen mit kaum sichtbarer Welle, mittlere Durchmesser bringen deutliche Bewegung. Für den Blowout gilt: eher zu dick als zu dünn.
- Fixieren. Ausschließlich weiche Klammern, Scrunchies oder Klettbänder verwenden. Metallklammern und harte Zahnspangen drücken Kanten ins feuchte Haar, die sich am Morgen nicht mehr herausschütteln lassen.
- Schlafen. Rückenlage ist ideal, weil der Druck gleichmäßig verteilt wird. Wer auf der Seite schläft, sollte die Rollen etwas höher ansetzen. Eine Seidenhaube darüber hält alles an seinem Platz und schützt zusätzlich vor Reibung.
Am Morgen wird zuerst geprüft, ob das Haar wirklich trocken ist – notfalls kurz kalt nachföhnen, ohne die Rollen zu lösen. Dann vorsichtig ausdrehen, nicht ziehen. Anschließend nur mit den Fingern durch die Längen fahren und die Partien ausschütteln. Eine Bürste zerstört die Struktur in Sekunden. Wer mehr Standfestigkeit am Ansatz möchte, arbeitet einen Hauch Ansatzpuder direkt in den Scheitelbereich ein. Zum Abschluss leichtes Haarspray aus etwa 30 Zentimetern Abstand – nicht mehr, sonst verklebt die Bewegung.
Der DIY-Hack: Leggings statt Seidenrolle
Wer keine Seidenrollen im Haus hat, kann improvisieren. Eine weiche Leggings oder ein Schlauchschal funktioniert als Wickelkern überraschend gut: Der Stoff wird locker zusammengedreht, hinter dem Kopf platziert und das Haar in zwei Partien darüber nach hinten eingeschlagen.
Das Prinzip trägt, aber es gibt zwei Einschränkungen. Erstens fällt der Ansatz weniger definiert aus, weil sich der weiche Stoff nicht so präzise anlegen lässt wie eine feste Rolle. Zweitens ist die Naht der Leggings eine Knickquelle – dort, wo sie am Haar liegt, entsteht gern eine harte Kante. Beides lässt sich abmildern: Die Leggings so drehen, dass die Naht innen liegt, und das Volumen am Ansatz später mit Ansatzpuder oder einem kurzen Kaltluftstoß nacharbeiten.
Vorteile auf einen Blick
Der wichtigste Punkt ist der Verzicht auf Hitze: kein aufgeraute Cuticula, kein Feuchtigkeitsverlust durch Föhnhitze, keine Belastung für coloriertes oder feines Haar. Dazu kommt der praktische Gewinn im Sommer, wenn morgens niemand freiwillig neben einem heißen Gerät steht.
Hinzu kommt der Zeitfaktor. Die eigentliche Arbeit fällt abends an, wenn ohnehin Zeit ist, und dauert etwa fünf Minuten. Am Morgen bleiben zwei Minuten Ausdrehen. Außerdem hält das Ergebnis in der Regel länger als eine Lockenstab-Frisur, weil die Form aus dem Trocknungsprozess selbst entsteht und nicht kurzfristig durch Hitze aufgezwungen wurde. Und ganz nebenbei entfällt der Stromverbrauch von Föhn und Stab.
Nachteile und wer besser die Finger davon lässt
Ehrlich bleibt: Der Schlafkomfort ist gewöhnungsbedürftig. Wer unruhig schläft oder auf dem Bauch liegt, findet die Rollen in den ersten Nächten störend. Bei sehr dichtem oder sehr langem Haar reicht eine Nacht oft nicht zum vollständigen Trocknen, was zu klammen Innenpartien führt. Wird zu nass eingedreht, ist das Ergebnis unberechenbar.
Auch beim Volumen muss man realistisch sein: Der Ansatz wird nie so kräftig wie bei einem echten Blowout, bei dem die Rundbürste unter starkem Zug direkt an der Kopfhaut arbeitet. Und die Kontrolle über das Endergebnis ist in den ersten Versuchen gering – man sieht schließlich erst am Morgen, was die Nacht gebracht hat.
Wenig geeignet ist die Methode bei Haaren unterhalb der Kinnlänge, weil die Partien nicht sauber gewickelt werden können. Bei stark strukturiertem Naturhaar kann sie funktionieren, verlangt aber meist deutlich mehr Feuchtigkeit, mehr Pflegeprodukt und größere Rollen – hier liegt der Erfolg stärker in der Vorbereitung als in der Technik.

Hilfe bei Problemen: Die häufigsten Pannen
Die Haare sind morgens noch feucht
Ursache ist fast immer zu nasses Haar beim Eindrehen oder eine zu große Partie pro Rolle. Lösung: länger antrocknen lassen, dünnere Partien nehmen und am Morgen mit kalter Luft nachhelfen, ohne die Rollen zu lösen.
Harte Knicke statt weicher Wellen
Hier waren entweder die Klammern zu hart oder die Spitzen wurden nicht vollständig eingeschlagen. Weiche Fixierungen verwenden und darauf achten, dass die letzten Zentimeter komplett um die Rolle liegen.
Die Locken hängen nach zwei Stunden aus
Meist fehlt der Halt am Ansatz oder es wurde zu viel Pflegeprodukt verwendet. Ein Volumenschaum vor dem Wickeln, dafür weniger Leave-in, und morgens keinesfalls durchkämmen.
Der Ansatz bleibt platt
Die Partien wurden zu tief angesetzt oder das Leave-in ist bis in die Kopfhaut gewandert. Rollen näher am Ansatz platzieren, Ansatz produktfrei halten und morgens gezielt Ansatzpuder einarbeiten.
Das Haar fühlt sich strohig oder beschwert an
Zwei Extreme mit derselben Ursache: falsche Produktmenge. Strohig heißt meist zu wenig Feuchtigkeit über Nacht, beschwert bedeutet zu viel Leave-in oder Öl. Sparsam nachjustieren und in Baumwollkontakt die Ursache suchen – ein Kissenbezug aus Baumwolle macht viel von der Arbeit wieder kaputt.
Die Rollen rutschen nachts heraus
Fixierung überprüfen und eine Seidenhaube oder ein weites Stirnband über den Kopf ziehen. Das hält die Konstruktion auch bei unruhigem Schlaf zusammen.
Profi-Tipps für ein besseres Ergebnis
Im Gesichtsrahmen lohnt es sich, die vorderen Partien konsequent nach hinten zu wickeln – dieser eine Handgriff macht optisch den größten Unterschied zwischen Heatless Curls und echtem Blowout-Look. Die Spitzen sollten immer vollständig eingeschlagen werden, sonst entsteht an der Kante ein sichtbarer Absatz.
Ein Hauch Trockenshampoo vor dem Eindrehen gibt feinem Haar zusätzliche Standfestigkeit, weil es die Oberfläche leicht griffiger macht. Am zweiten Tag lässt sich das Ergebnis auffrischen, indem man nur die Spitzen kurz auf die Rollen legt, statt alles neu zu wickeln. Wer es abends eilig hat, trocknet die Haare mit Diffusor und Kaltstufe auf das nötige Niveau vor – das ist keine Hitzebelastung und spart eine halbe Stunde Wartezeit.
Und ein Punkt, der oft untergeht: Seidenrollen brauchen Pflege. Alle zwei bis drei Wochen von Hand mit mildem Shampoo waschen und liegend trocknen. Produktreste auf der Oberfläche machen aus der reibungsarmen Seide sonst eine klebrige Fläche, die genau den Frizz erzeugt, den sie verhindern soll.
Fazit
Der Overnight Heatless Blowout ersetzt keinen Salonbesuch, und er wird auch nie das gleiche Ansatzvolumen erzeugen wie eine Rundbürste in geübter Hand. Aber darum geht es nicht. Er spart im Sommer Hitze, Zeit und Haarsubstanz, verschiebt den Styling-Aufwand in eine Tageszeit, in der er nicht stört, und hinterlässt nach Monaten deutlich intaktere Spitzen als das täglich geföhnte Pendant.
Wichtig ist nur die Erwartungshaltung an den Anfang: Die erste Nacht liefert selten den Look aus dem Feed. Erst wenn man den eigenen Feuchtigkeitsgrad, die passende Partienzahl und die richtige Produktmenge gefunden hat – meist ab dem dritten Versuch – wird aus dem Trend eine Routine, die tatsächlich funktioniert.
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Seiden-Haarrollen zum Eindrehen
Das Kernstück der Methode. Wichtig ist der Durchmesser: Rollen ab etwa fünf Zentimetern erzeugen den offenen Blowout-Schwung, dünnere Modelle bringen engere Wellen. Achte darauf, dass der Kern weich und nachgiebig ist – harte Schaumstoffrollen drücken beim Liegen und hinterlassen Kanten. Sets mit mehreren Größen sind für den Anfang praktisch, weil du damit testen kannst, welcher Durchmesser zu deiner Haarlänge passt.
Bewertung: Gut – funktioniert bei mittellangem bis langem Haar zuverlässig, bei sehr kurzem Haar nutzlos.
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Leave-in Conditioner Spray
Sorgt für die Feuchtigkeit, die über Nacht die Wasserstoffbrücken löst und neu ausrichtet. Greif zu einem leichten, wässrigen Spray ohne Silikonüberschuss – schwere Öle beschweren das Haar und lassen den Ansatz zusammenfallen. Sparsam von der Mittellänge bis in die Spitzen sprühen, den Ansatz konsequent auslassen. Zwei bis drei Sprühstöße pro Partie genügen völlig.
Bewertung: Gut – entscheidend für Halt und Glanz, aber Überdosierung ist der häufigste Anfängerfehler.
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Seidenhaube für die Nacht
Hält die Konstruktion an ihrem Platz und schützt zusätzlich vor Reibung am Kissen. Besonders sinnvoll für unruhige Schläfer und für Seitenschläfer, weil sie den Druck gleichmäßiger verteilt. Achte auf ein weiches, nicht einschneidendes Gummiband – zu enge Modelle drücken einen Abdruck in den Ansatz, genau dort, wo du Volumen möchtest.
Bewertung: Gut – kleiner Zusatzkauf mit spürbarem Effekt auf das Morgenergebnis.
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Ansatzpuder für mehr Volumen
Der Ausgleich für die größte Schwäche der Methode: Am Ansatz erreicht der Heatless Blowout nie ganz das Niveau der Rundbürste. Ein Volumenpuder wird morgens direkt in den Scheitelbereich gestäubt und mit den Fingerkuppen eingearbeitet. Sehr sparsam dosieren, sonst wirkt das Haar staubig und griffig. Bei dunklem Haar auf farblose oder getönte Varianten achten.
Bewertung: Mittel – wirkt sofort, kann bei zu viel Produkt aber die Haarstruktur stumpf machen.
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Kissenbezug aus Seide
Wird beim Heatless Styling oft vergessen, macht aber viel von der Arbeit wieder kaputt oder eben nicht. Ein Baumwollbezug raut die Schuppenschicht auf und entzieht dem Haar Feuchtigkeit – bei sechs bis acht Stunden Kontakt ist das kein Detail. Mit Seide oder gutem Satin wachst du mit deutlich weniger Frizz auf, und das gilt auch an den Nächten ohne Rollen.
Bewertung: Gut – wirkt dauerhaft, unabhängig von der Styling-Methode.
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Volumenschaum für feines Haar
Für alle, deren Wellen nach zwei Stunden ausfallen. Ein leichter Schaum vor dem Wickeln gibt dem Haar Stand und Griffigkeit, ohne es zu verkleben. Er ersetzt nicht das Leave-in, sondern ergänzt es: Schaum in den Ansatzbereich und die oberen Längen, Leave-in in Mitte und Spitzen. Bei glattem, schwerem Haar ist das oft der Unterschied zwischen Halt und Fehlschlag.
Bewertung: Gut – vor allem bei feinem und sehr glattem Haar, bei ohnehin welligem Haar verzichtbar.
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Weiche Haarklammern ohne Metall
Metallklammern und harte Zahnspangen drücken beim Liegen Kanten in das noch feuchte Haar – und diese Knicke lassen sich am Morgen nicht mehr herausschütteln. Weiche Klammern, Klettbänder oder Scrunchies fixieren die Rollen ausreichend, ohne Druckstellen zu erzeugen. Nimm eher mehr, dafür lockere Fixierungen als eine einzige feste.
Bewertung: Gut – günstig und verhindert den ärgerlichsten Anfängerfehler.
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Föhn mit Diffusor und Kaltstufe
Klingt widersprüchlich im hitzefreien Styling, ist aber der Zeitretter des Abends. Mit Kaltluft und Diffusor bringst du das Haar in zehn Minuten auf den nötigen Trocknungsgrad von etwa 80 Prozent, ohne die Cuticula zu belasten. Achte auf ein Modell mit echter Cool-Shot-Funktion, nicht nur einer niedrigen Wärmestufe, und auf einen abnehmbaren Diffusor-Aufsatz.
Bewertung: Mittel – nützliche Abkürzung, aber kein Pflichtkauf, wenn du das Haar ohnehin an der Luft antrocknen lässt.
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Häufige Leserfragen zum Thema
Wie lange müssen die Rollen mindestens im Haar bleiben?
Vier Stunden sind das absolute Minimum, sechs bis acht Stunden sind ideal – deshalb funktioniert die Methode über Nacht so gut. Entscheidend ist nicht die Uhrzeit, sondern der Trocknungszustand: Sobald das Haar in der Rolle vollständig durchgetrocknet ist, hat sich die Form gesetzt. Wer tagsüber wickelt, sollte vor dem Ausdrehen mit den Fingern in die Innenseite einer Rolle fühlen. Fühlt sich dort noch Kühle an, ist es zu früh, und die Welle fällt binnen einer Stunde aus.
Funktioniert der Heatless Blowout auch bei glattem, schwerem Haar?
Ja, aber mit angepasster Technik. Sehr glattes Haar ohne Eigenwelle verliert die Form schneller, weil es keine natürliche Struktur gibt, an die sich die Biegung anlehnen kann. Der Trick liegt in mehr Vorarbeit: dünnere Partien, etwas festeres Wickeln und ein leichter Volumenschaum oder Setting-Spray statt reinem Leave-in. Damit bleibt der Schwung deutlich länger stehen als mit Pflegeprodukt allein.
Kann ich die Methode täglich anwenden?
Aus Haargesundheitssicht spricht nichts dagegen, denn es entsteht keine Hitzebelastung. Der begrenzende Faktor ist das Waschen: Da das Haar für den Effekt feucht sein muss, bräuchte man täglich frische Haarwäsche – und die entfettet die Kopfhaut auf Dauer stärker als nötig. Praktikabler ist der Rhythmus alle zwei bis drei Tage, mit einer Auffrischung der Spitzen an den Tagen dazwischen.
Warum sehen meine Haare am Morgen an einer Seite anders aus?
Das ist fast immer eine Frage der Schlafposition. Wer überwiegend auf einer Seite liegt, drückt diese Partie flacher und trocknet sie langsamer, weil weniger Luft an sie kommt. Gegenmaßnahme: die Rollen auf der bevorzugten Schlafseite etwas höher und weiter hinten ansetzen, sodass sie nicht direkt unter dem Kopf liegen. Eine Seidenhaube verteilt den Druck zusätzlich gleichmäßiger.
Brauche ich wirklich Seide, oder genügt Satin?
Satin ist eine legitime Alternative. Der entscheidende Faktor ist nicht das Material selbst, sondern die glatte Oberfläche und damit die geringe Reibung. Polyester-Satin erfüllt das zu einem Bruchteil des Preises, ist allerdings weniger atmungsaktiv – das Haar trocknet darin langsamer. Wer schnell trocknendes, feines Haar hat, merkt kaum einen Unterschied. Bei dichtem Haar ist echte Seide die bessere Wahl, weil sie Feuchtigkeit besser abgibt.
Wie halte ich das Ergebnis über den zweiten Tag?
Abends nur die Spitzen auf zwei Rollen legen und den Ansatz frei lassen – das reicht meist, um den Fall zu erneuern. Morgens dann Trockenshampoo direkt in den Ansatz, kurz mit den Fingerkuppen einmassieren und den Kopf nach vorn überkippen, während man durchschüttelt. Nicht neu einsprühen: Ein zweiter Schwung Haarspray auf altem Spray macht die Bewegung steif und stumpf.
Kann ich Heatless Curls und Blowout kombinieren?
Durchaus, und für viele ist das die schmeichelhafteste Variante. Dazu wickelt man die vorderen Gesichtspartien als Blowout nach hinten und den Rest mit der klassischen Haarband-Methode über die volle Länge. Ergebnis: ein offener, luftiger Rahmen vorn und mehr Bewegung im hinteren Bereich. Wichtig ist, dass die Rollendurchmesser ähnlich groß sind, sonst wirkt der Übergang uneinheitlich.
Schädigt das Wickeln selbst das Haar auf Dauer?
Bei richtiger Ausführung nicht. Kritisch wird es nur bei zu starkem Zug am Ansatz und bei harten Fixierungen. Dauerhafte Spannung an der Haarwurzel kann langfristig zu Traktionsalopezie führen – dünner werdenden Haaren an Stirn und Schläfen. Die Regel lautet daher: Wickeln, bis es sitzt, nicht bis es zieht. Wenn beim Hinlegen ein Spannungsgefühl bleibt, ist es zu fest.
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