Retinol, Peptide, Säuren: Diese Anti-Falten Wirkstoffe halten, was sie versprechen
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Anti-Falten Wirkstoffe: Was wirklich glättet – und was nur teuer ist
Wer im Drogeriemarkt vor dem Regal mit den Gesichtspflegeprodukten steht, hat die Wahl zwischen vier Dutzend Tiegeln, die praktisch alle dasselbe versprechen. Sichtbar glattere Haut. Reduzierte Fältchen. Ein frischeres Aussehen in wenigen Tagen. Die Preisspanne reicht von unter fünf Euro bis weit über hundert, und der Verpackung sieht man nicht an, ob dahinter Substanz steckt oder nur eine gut gemachte Werbeabteilung.
Die unbequeme Wahrheit: Von den vielen Inhaltsstoffen, die als Anti-Aging-Wirkstoffe beworben werden, hält nur eine überschaubare Handvoll einer wissenschaftlichen Prüfung stand. Der Rest bewegt sich zwischen “wirkt vielleicht ein bisschen” und “sorgt vor allem für ein gutes Hautgefühl beim Auftragen”. Das ist kein Betrug, aber es ist auch nicht das, was die Verpackung suggeriert.
Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Wirkstoffe ein, benennt realistische Ergebnisse mit Zeitrahmen und zeigt, wie eine Routine aussieht, die die Haut nicht überfordert. Am Ende sollten Sie in der Lage sein, im Regal in zwei Minuten zu entscheiden, ob ein Produkt für Sie sinnvoll ist – oder ob Sie es stehen lassen können.

Was sind Anti-Falten Wirkstoffe eigentlich?
Eine Creme besteht aus drei Komponenten, die oft durcheinandergeworfen werden. Der eigentliche Wirkstoff ist die Substanz, die eine messbare Veränderung in der Haut auslöst – Retinol etwa greift in die Zellteilung ein. Die Trägersubstanz transportiert diesen Wirkstoff dorthin, wo er wirken soll, und entscheidet mit darüber, wie viel überhaupt ankommt. Pflegezusätze wie Sheabutter oder Glycerin machen das Produkt angenehm, verbessern die Hautbarriere und sorgen für den sofortigen Weichheitseffekt, haben aber mit dem Kollagenaufbau nichts zu tun.
Genau hier liegt das häufigste Missverständnis. Eine reichhaltige Creme, die sich toll anfühlt, kann komplett wirkstofffrei sein. Umgekehrt kann ein unscheinbares Serum die Haut über Monate messbar verändern.
Ob ein Wirkstoff etwas ausrichtet, hängt an drei Faktoren. Erstens der Konzentration: Retinol unter 0,1 Prozent hat kaum belegte Effekte, Vitamin C entfaltet seine Wirkung als Ascorbinsäure erst ab etwa acht bis zehn Prozent. Zweitens der Formulierung, also dem pH-Wert und der Stabilität – Vitamin C oxidiert in der falschen Rezeptur innerhalb von Wochen zu einer wirkungslosen, bräunlich verfärbten Flüssigkeit. Drittens der Verpackung: Alles, was licht- und luftempfindlich ist, gehört in eine Tube oder einen Airless-Spender, nicht in einen offenen Tiegel.
Alle wirksamen Substanzen greifen an einem von drei Punkten an. Sie beschleunigen die Zellerneuerung, sie regen die Kollagenproduktion in der Lederhaut an, oder sie binden Feuchtigkeit in der Hornschicht. Die ersten beiden verändern die Haut strukturell und brauchen Monate. Der dritte wirkt sofort, aber nur solange man ihn anwendet.
Wie Falten entstehen – die Grundlage für jede Wirkstoffwahl
Ab Mitte zwanzig sinkt die körpereigene Kollagenproduktion um etwa ein Prozent pro Jahr. Elastin, das für die Rückstellkraft sorgt, wird kaum noch neu gebildet. Die Haut verliert langsam an Dichte und Spannkraft, lange bevor man davon etwas sieht.
Sichtbar wird das Ergebnis in drei unterschiedlichen Faltentypen, die auf unterschiedliche Behandlung ansprechen. Mimikfalten entstehen durch wiederholte Muskelbewegung – Stirnfalten, Zornesfalte, Krähenfüße. Sie sind kosmetisch nur bedingt beeinflussbar, weil die Ursache muskulär ist. Knitterfältchen, oft an Wangen und um den Mund, entstehen durch Feuchtigkeitsmangel und dünner werdende Haut. Sie reagieren am schnellsten und deutlichsten auf gute Pflege. Tiefe Furchen wie die Nasolabialfalte hängen zusätzlich an Volumenverlust im Unterhautfettgewebe und an der Schwerkraft. Hier stößt Kosmetik an ihre Grenzen.
Wie schnell dieser Prozess abläuft, entscheidet zu einem erheblichen Teil der Lebensstil. UV-Strahlung gilt als Hauptfaktor der vorzeitigen Hautalterung – Schätzungen ordnen ihr den größten Anteil an den sichtbaren Alterserscheinungen zu. Rauchen verengt die Gefäße und reduziert die Sauerstoffversorgung der Haut messbar. Und ein dauerhaft hoher Zuckerkonsum begünstigt die sogenannte Glykation, bei der Zuckermoleküle sich an Kollagenfasern binden und diese versteifen.
Daraus folgt der wichtigste Satz für die Wirkstoffwahl: Entscheidend ist nicht Ihr Geburtsjahr, sondern welcher Faltentyp Sie stört. Eine Vierzigjährige mit trockener, knittriger Haut braucht etwas anderes als eine Vierzigjährige mit ausgeprägten Mimikfalten und ansonsten fester Haut.

Die wichtigsten Anti-Falten Wirkstoffe im Überblick
Retinoide
Retinol, Retinal und das verschreibungspflichtige Tretinoin gehören zur selben Wirkstofffamilie und sind die am besten untersuchten Substanzen im Anti-Aging-Bereich. Sie beschleunigen die Zellerneuerung und stimulieren die Kollagenneubildung. Retinal wirkt schneller als Retinol, weil es einen Umwandlungsschritt weniger braucht. Realistisch sichtbar wird das Ergebnis nach zwölf bis sechzehn Wochen konsequenter Anwendung, deutliche Verbesserungen zeigen sich oft erst nach sechs Monaten.
Vitamin C
Als Antioxidans schützt Vitamin C vor freien Radikalen und ist ein notwendiger Kofaktor bei der Kollagensynthese. Zusätzlich hellt es Pigmentflecken auf, was das Hautbild ebenmäßiger wirken lässt. Der Aufhelleffekt zeigt sich nach acht bis zwölf Wochen, der Schutzeffekt wirkt ab dem ersten Tag, ist aber nicht sichtbar.
Peptide
Kurze Aminosäureketten, die der Haut ein Reparatursignal senden sollen. Die Studienlage ist deutlich dünner als bei Retinoiden, einzelne Peptidkomplexe zeigen aber messbare Effekte auf Hautdichte und Faltentiefe. Wirkung frühestens nach acht bis zwölf Wochen, und sie fällt in der Regel milder aus.
Hyaluronsäure
Bindet ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser und polstert die Hornschicht auf. Der Effekt ist innerhalb von Minuten sichtbar, aber rein oberflächlich und reversibel – nach dem Absetzen ist er wieder weg. Gegen Knitterfältchen sehr wirksam, gegen strukturelle Alterung wirkungslos.
Niacinamid
Der Allrounder unter den Wirkstoffen. Stärkt die Hautbarriere, reguliert die Talgproduktion, reduziert Rötungen und hellt Pigmentierungen leicht auf. In Konzentrationen zwischen vier und fünf Prozent gut verträglich, erste Verbesserungen des Hautbilds nach vier bis acht Wochen.
AHA- und BHA-Säuren
Fruchtsäuren wie Glykol- oder Milchsäure lösen die Verbindungen abgestorbener Hornzellen und regen indirekt die Erneuerung an. Salicylsäure als BHA dringt in die Poren ein und eignet sich für unreine Haut. Glättender Sofortefekt nach wenigen Anwendungen, strukturelle Verbesserung nach acht bis zwölf Wochen.
Bakuchiol
Pflanzliche Alternative zu Retinol, gewonnen aus den Samen der Babchi-Pflanze. Erste Vergleichsstudien deuten auf ähnliche, wenn auch schwächere Effekte bei deutlich besserer Verträglichkeit hin. Interessant für empfindliche Haut, in der Schwangerschaft und für alle, die Retinol nicht vertragen.
Ceramide
Kein Anti-Falten-Wirkstoff im engeren Sinn, sondern ein Begleiter. Sie ersetzen hauteigene Lipide und stabilisieren die Barriere. Wer aktive Wirkstoffe wie Retinol oder Säuren nutzt, kommt an Ceramiden kaum vorbei – sie machen die Anwendung überhaupt erst verträglich.
Wirkung: Was ist belegt, was ist Werbeversprechen?
Ordnet man die Substanzen nach Studienlage, ergibt sich ein klares Bild. Gut belegt sind Retinoide, Vitamin C in stabiler Formulierung, AHA-Säuren und Niacinamid. Teilweise belegt sind Peptide und Bakuchiol – hier gibt es positive Studien, aber weniger und teils herstellerfinanziert. Dünn ist die Datenlage bei Stammzellextrakten, Kollagen zum Auftragen und den meisten exotischen Pflanzenextrakten, die als Hauptargument auf der Verpackung stehen.
Kollagen in einer Creme ist ein gutes Beispiel für ein plausibel klingendes, aber unwirksames Konzept: Das Molekül ist zu groß, um in die Lederhaut zu gelangen, wo es gebraucht würde. Es wirkt oberflächlich feuchtigkeitsbindend, mehr nicht.
Wichtig ist auch die Einordnung gegenüber dermatologischen Verfahren. Kosmetik kann die Hautqualität verbessern, das Hautbild ebenmäßiger machen und feine Fältchen deutlich reduzieren. Sie kann keine tiefen Furchen auffüllen und keine erschlaffte Gesichtskontur straffen. Wer das erwartet, wird zwangsläufig enttäuscht – dafür gibt es Filler, Laser und Microneedling, die in ärztliche Hände gehören.
Und die Aussage “sichtbar glatter in sieben Tagen”? Die stimmt sogar meistens. Nur beschreibt sie fast immer den Feuchtigkeitseffekt: Eine aufgepolsterte Hornschicht reflektiert Licht anders, feine Linien verschwinden optisch. Mit Kollagenaufbau hat das nichts zu tun, und nach dem Absetzen ist der Effekt binnen weniger Tage wieder verschwunden.
Anwendung: Reihenfolge, Dosierung, Timing
Die beste Formulierung nützt wenig, wenn sie falsch eingesetzt wird. Die Grundregel für die Reihenfolge lautet: von dünnflüssig nach reichhaltig. Morgens folgt auf die Reinigung ein Antioxidans wie Vitamin C, danach eine Feuchtigkeitspflege und zum Abschluss unbedingt Sonnenschutz. Abends nach der Reinigung der aktive Wirkstoff – Retinol oder Säure –, anschließend eine barrierestärkende Pflege mit Ceramiden.
Bei der Dosierung wird fast durchgehend zu viel verwendet. Für das gesamte Gesicht reicht bei einem Serum eine erbsengroße Menge, bei Retinol sogar weniger. Mehr Produkt bedeutet nicht mehr Wirkung, sondern nur mehr Irritation und höheren Verbrauch.
Beim Einstieg in Retinol hat sich ein Schema über acht Wochen bewährt: In den ersten beiden Wochen zweimal wöchentlich anwenden, in Woche drei und vier jeden zweiten Abend, ab Woche fünf an fünf Abenden pro Woche, ab Woche sieben täglich – sofern die Haut ruhig bleibt. Wer Rötungen oder Spannungsgefühl bemerkt, geht eine Stufe zurück und bleibt dort zwei weitere Wochen.
Sonnenschutz ist bei allen zellerneuernden Wirkstoffen keine Empfehlung, sondern Bedingung. Retinol und Säuren machen die Haut lichtempfindlicher, und ohne UV-Schutz arbeiten Sie gegen die Sonne an, statt mit dem Wirkstoff zu arbeiten. LSF 30 im Alltag, LSF 50 im Sommer und im Urlaub.
Was die Kombinationen angeht: Niacinamid und Hyaluronsäure vertragen sich mit praktisch allem. Retinol und Ceramide sind ein ideales Paar. Kritisch wird es, wenn mehrere aktive Substanzen im selben Schritt aufeinandertreffen – Retinol zusammen mit AHA-Säuren im selben Abend überfordert die Barriere zuverlässig. Wer beides nutzen möchte, trennt es auf verschiedene Tage. Vitamin C und Retinol lassen sich problemlos verwenden, wenn eines morgens und eines abends zum Einsatz kommt.
Vorteile und Nachteile im direkten Vergleich
| Wirkstoff | Wirksamkeit | Verträglichkeit | Preis-Leistung | Alltagstauglichkeit |
|---|---|---|---|---|
| Retinol / Retinal | Gut | Mittel | Gut | Mittel |
| Vitamin C | Gut | Mittel | Mittel | Gut |
| Peptide | Mittel | Gut | Mittel | Gut |
| Hyaluronsäure | Mittel | Gut | Gut | Gut |
| Niacinamid | Mittel | Gut | Gut | Gut |
| AHA / BHA | Gut | Mittel | Gut | Mittel |
| Bakuchiol | Mittel | Gut | Mittel | Gut |
| Ceramide | Mittel | Gut | Gut | Gut |
Die Tabelle zeigt das grundsätzliche Dilemma: Die wirksamsten Substanzen sind auch die anspruchsvollsten. Wer maximale Ergebnisse will, muss Anlaufschwierigkeiten in Kauf nehmen. Wer eine unkomplizierte Routine sucht, landet bei Niacinamid, Hyaluronsäure und Ceramiden – solide, aber mit gedeckelter Wirkung.
Typische Probleme und was dagegen hilft
Rötungen und Schuppung nach Retinol. In den ersten Wochen normal, weil sich die Haut an die beschleunigte Zellerneuerung anpasst. Reduzieren Sie die Frequenz um eine Stufe und tragen Sie das Retinol auf trockene Haut über einer Feuchtigkeitscreme auf – die sogenannte Sandwich-Methode dämpft die Intensität, ohne die Wirkung aufzuheben. Halten die Symptome über sechs Wochen an oder verschlimmern sie sich, gehört das Produkt abgesetzt.
Brennen bei Vitamin C. Ein kurzes Kribbeln ist unbedenklich, anhaltendes Brennen nicht. Meist ist der pH-Wert für Ihre Haut zu niedrig. Wechseln Sie auf ein Derivat wie Magnesiumascorbylphosphat oder Ethylascorbinsäure – milder, dafür etwas schwächer.
Pickel in den ersten Wochen. Bei Retinoiden und Säuren tritt gelegentlich eine sogenannte Erstverschlimmerung auf, weil verstopfte Poren beschleunigt an die Oberfläche kommen. Das legt sich üblicherweise nach vier bis sechs Wochen. Nicht ausdrücken, Routine ansonsten unverändert lassen.
Keine Wirkung trotz teurem Produkt. Prüfen Sie zuerst die Position des Wirkstoffs in der INCI-Liste. Steht Retinol hinter dem Parfum, ist die Konzentration verschwindend gering. Zweite häufige Ursache: zu kurze Anwendungsdauer. Unter zwölf Wochen lässt sich bei strukturellen Wirkstoffen schlicht kein Urteil fällen.
Unverträglichkeit bei Rosacea oder Neurodermitis. Bei entzündlichen Hauterkrankungen ist Selbstexperimentieren keine gute Idee. Retinol und Säuren können Schübe auslösen. Sinnvoller Einstieg sind Niacinamid, Ceramide und gegebenenfalls Bakuchiol – und ein Termin beim Hautarzt, bevor Sie mit aktiven Wirkstoffen beginnen.
Grundsätzlich gilt: Bei anhaltenden Rötungen, offenen Stellen, starkem Juckreiz oder plötzlich auftretenden Hautveränderungen ist der Weg zum Dermatologen der richtige – nicht der zum nächsten Produkt.

Tipps aus der Praxis
Wer neu einsteigt, sollte nach Priorität vorgehen statt nach Vollständigkeit. In den Zwanzigern reichen Sonnenschutz, eine gute Feuchtigkeitspflege und gegebenenfalls Niacinamid. Ab Mitte dreißig lohnt der Einstieg in Retinol oder Bakuchiol. Ab vierzig kommen Vitamin C und regelmäßige Säurebehandlungen sinnvoll dazu. Bei trockener Haut haben Ceramide Vorrang, bei fettiger Haut Niacinamid und Salicylsäure.
Ein Blick in die INCI-Liste verrät mehr als jede Werbebotschaft. Die Inhaltsstoffe sind absteigend nach Menge sortiert, alles unter einem Prozent darf beliebig angeordnet werden. Steht der beworbene Wirkstoff in der hinteren Hälfte hinter Konservierungsmitteln und Parfum, ist er dekorativ. Ein Warnsignal ist außerdem der offene Tiegel bei lichtempfindlichen Substanzen.
Die häufigste Fehlinvestition ist nicht das falsche Produkt, sondern zu viele Produkte gleichzeitig. Fünf aktive Wirkstoffe in einer Routine führen zuverlässig zu einer gestörten Barriere – und eine gereizte Haut sieht älter aus, nicht jünger. Drei bis vier Schritte pro Routine sind das sinnvolle Maximum.
Beim Budget lohnt sich eine klare Aufteilung. Sparen können Sie bei Reinigung, Hyaluronsäure-Seren und Feuchtigkeitscremes – hier bieten Drogerieprodukte praktisch dieselbe Leistung wie Luxusmarken. Investieren sollten Sie in stabil formuliertes Vitamin C, in ein gut verkapseltes Retinol und in einen Sonnenschutz, den Sie tatsächlich gern täglich auftragen. Der beste LSF ist der, der nicht im Schrank stehen bleibt.
Fazit
Wirksame Hautpflege ist eine Frage von wenigen belegten Wirkstoffen und langer Konsequenz, nicht von vielen Tiegeln und hohen Preisen. Einsteiger fahren mit der Kombination aus täglichem Sonnenschutz, Niacinamid und einem langsam eingeschlichenen Retinol am besten und decken damit den größten Teil des Möglichen ab. Wer bereits eine stabile Routine hat, ergänzt Vitamin C am Morgen und eine wöchentliche Säureanwendung – und misst den Erfolg nicht nach Wochen, sondern nach Monaten.
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Tipp: Erst nach acht Wochen konsequenter Anwendung auf eine höhere Konzentration wechseln, nicht früher.
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Als Antioxidans für den Morgen und als Kofaktor der Kollagensynthese. Reine Ascorbinsäure wirkt am stärksten, ist aber instabil und reizt empfindliche Haut. Derivate wie Ethylascorbinsäure oder Magnesiumascorbylphosphat sind milder und haltbarer. Eine bräunliche Verfärbung zeigt an, dass das Serum oxidiert und wirkungslos geworden ist.
Tipp: Nach dem Öffnen kühl und dunkel lagern und innerhalb von drei Monaten aufbrauchen.
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Tipp: Hier lohnt sich Sparen. Die Wirkung günstiger Drogerieprodukte unterscheidet sich kaum von Luxusvarianten.
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Tipp: Lässt sich mit praktisch allen anderen Wirkstoffen kombinieren und eignet sich gut als Puffer in einer Routine mit Retinol.
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Tipp: Wer mit Retinol gescheitert ist, sollte hier ansetzen, statt aktive Wirkstoffe komplett aufzugeben.
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Tipp: Bei Reizungen nach Retinol für einige Tage ausschließlich diese Creme verwenden und alle aktiven Produkte pausieren.
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Tipp: Niemals am selben Abend wie Retinol anwenden – die Kombination überfordert die Hautbarriere zuverlässig.
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Häufige Leserfragen zum Thema
Ab welchem Alter sollte ich mit Anti-Falten Wirkstoffen anfangen?
Es gibt kein festes Startalter, aber eine sinnvolle Reihenfolge. Bis Mitte zwanzig sind täglicher Sonnenschutz und eine intakte Hautbarriere der wirksamste Schutz vor vorzeitiger Alterung – aktive Wirkstoffe bringen in diesem Alter kaum Zusatznutzen. Zwischen 25 und 35 ist der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in Retinol oder Bakuchiol, weil die Kollagenproduktion messbar nachlässt, die Haut aber noch gut reagiert. Tipp: Orientieren Sie sich am Hautzustand, nicht am Geburtsjahr. Wenn feine Linien nach dem Aufstehen länger sichtbar bleiben als früher, ist der Moment gekommen.
Kann ich Retinol und Vitamin C zusammen verwenden?
Ja, aber nicht im selben Schritt. Beide Wirkstoffe funktionieren in unterschiedlichen pH-Bereichen und reizen gemeinsam aufgetragen die Haut unnötig. Die einfachste Lösung ist die zeitliche Trennung: Vitamin C morgens als Antioxidans unter dem Sonnenschutz, Retinol abends. Tipp: Wenn Ihre Haut empfindlich reagiert, verschieben Sie das Vitamin C zusätzlich auf die Tage, an denen Sie kein Retinol verwenden.
Wie lange dauert es, bis ich ein Ergebnis sehe?
Das hängt vom Wirkungsmechanismus ab. Feuchtigkeitsbindende Substanzen wie Hyaluronsäure zeigen ihren Effekt innerhalb von Minuten, halten ihn aber nur bei fortlaufender Anwendung. Strukturell wirkende Substanzen wie Retinoide brauchen zwölf bis sechzehn Wochen für erste sichtbare Veränderungen, deutlichere Ergebnisse zeigen sich nach etwa sechs Monaten. Tipp: Machen Sie am ersten Tag ein Foto bei Tageslicht ohne Make-up und wiederholen Sie das monatlich in derselben Position. Der tägliche Blick in den Spiegel taugt nicht als Maßstab.
Ist teure Kosmetik wirksamer als günstige aus der Drogerie?
Nicht grundsätzlich. Der Preis richtet sich in erheblichem Maß nach Verpackung, Duft, Textur und Markenpositionierung, nicht nach Wirkstoffkonzentration. Es gibt hervorragende Retinol- und Niacinamid-Produkte im niedrigen zweistelligen Bereich und schwach formulierte Cremes für weit über hundert Euro. Was hochpreisige Produkte oft besser können, sind Trägersysteme und Stabilität – vor allem bei Vitamin C. Tipp: Vergleichen Sie nicht Preise, sondern INCI-Listen. Wenn zwei Produkte denselben Wirkstoff an vergleichbarer Position führen, nehmen Sie das günstigere.
Was mache ich, wenn meine Haut nach der ersten Anwendung brennt?
Ein kurzes Kribbeln von wenigen Sekunden ist bei Säuren und Vitamin C normal. Anhaltendes Brennen, Rötung oder ein Hitzegefühl sind es nicht. Waschen Sie das Produkt in dem Fall lauwarm ab und tragen Sie ausschließlich eine reizarme Pflege mit Ceramiden auf. Setzen Sie den Wirkstoff mindestens eine Woche aus, bis die Barriere sich erholt hat. Tipp: Testen Sie neue aktive Produkte grundsätzlich zuerst drei Tage lang an einer kleinen Stelle am Kieferrand, bevor Sie sie im gesamten Gesicht anwenden.
Brauche ich wirklich täglich Sonnenschutz, auch im Winter?
Ja, wenn Sie mit Retinol oder Säuren arbeiten. UVA-Strahlung ist ganzjährig präsent, dringt durch Fensterglas und ist maßgeblich an der lichtbedingten Hautalterung beteiligt. Ohne UV-Schutz bauen Sie mit Wirkstoffen auf der einen Seite Kollagen auf, das auf der anderen Seite wieder abgebaut wird. Tipp: Wählen Sie ein Produkt mit angenehmer Textur, das Sie ohne Widerwillen jeden Morgen auftragen – ein LSF 30, den Sie täglich nutzen, schlägt einen LSF 50, der im Schrank liegt.
Hilft Kollagen in einer Creme gegen Falten?
Nein, jedenfalls nicht auf dem Weg, den die Werbung nahelegt. Das Kollagenmolekül ist zu groß, um durch die Hornschicht in die Lederhaut zu gelangen, wo es gebraucht würde. Auf der Hautoberfläche wirkt es feuchtigkeitsbindend und sorgt für ein glattes Gefühl – ein Effekt, den Glycerin für einen Bruchteil des Preises ebenfalls liefert. Tipp: Wenn Sie Kollagen aufbauen möchten, greifen Sie zu Wirkstoffen, die die körpereigene Produktion anregen: Retinoide und Vitamin C.
Kann ich Anti-Falten Wirkstoffe in Schwangerschaft und Stillzeit verwenden?
Retinoide sollten in dieser Zeit gemieden werden – das gilt für verschreibungspflichtige Präparate ausdrücklich, und aus Vorsichtsgründen wird meist auch von kosmetischem Retinol abgeraten. Als Alternativen gelten Bakuchiol, Niacinamid, Hyaluronsäure und Vitamin C als unbedenklich. Tipp: Sprechen Sie die Routine einmal mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Hautarzt ab, insbesondere wenn Sie zuvor hochdosierte Präparate genutzt haben.
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