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Haarausfall im Frühling: Dermatologen erklären, warum 100 Haare pro Tag jetzt völlig normal sind

Haarausfall im Frühling: Dermatologen erklären, warum 100 Haare pro Tag jetzt völlig normal sind

Frühlings-Shedding: Warum jetzt so viele Haare ausfallen – und warum das kein Grund zur Sorge ist

Es beginnt meist ganz unbemerkt: Beim morgendlichen Bürsten bleiben plötzlich auffällig viele Haare in den Borsten hängen. Auf dem Kopfkissen liegen feine Strähnen, im Duschabfluss sammeln sich kleine Büschel, und selbst auf dem Lieblingspullover zeigen sich einzelne Haare, die dort nicht hingehören. Wer dieses Phänomen im März oder April zum ersten Mal bewusst wahrnimmt, reagiert häufig mit Verunsicherung – manchmal sogar mit echter Sorge. Doch bevor die Panik einsetzt, darf eines vorweggenommen werden: In den allermeisten Fällen ist dieser verstärkte Haarverlust im Frühling vollkommen harmlos. Er betrifft Millionen Frauen jedes Jahr aufs Neue und folgt einem biologischen Rhythmus, der tief in unserem Körper verankert ist. Willkommen beim Frühlings-Shedding – einem Thema, das weit weniger bedrohlich ist, als es sich anfühlt.

Was ist Frühlings-Shedding?

Der Begriff „Shedding” stammt aus der Dermatologie und beschreibt einen verstärkten, aber vorübergehenden Haarausfall, bei dem Haare am Ende ihres natürlichen Lebenszyklus vermehrt ausfallen. Im Gegensatz zu krankhaftem Haarausfall – medizinisch als Alopezie bezeichnet – handelt es sich beim saisonalen Shedding nicht um eine Störung, sondern um einen völlig normalen physiologischen Vorgang. Der Körper trennt sich gewissermaßen von Haaren, die ihre Wachstumsphase bereits abgeschlossen haben, um Platz für neue, nachwachsende Haare zu schaffen. Frühlings-Shedding ist also kein Verlust im eigentlichen Sinne, sondern ein Erneuerungsprozess. Wichtig ist die Abgrenzung: Während Shedding gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt auftritt und von selbst wieder nachlässt, zeigen sich bei echten Haarerkrankungen häufig lokale Ausdünnungen, kahle Stellen oder entzündliche Veränderungen der Kopfhaut.

Die Telogenphase Was im Haarzyklus wirklich passiert
Die Telogenphase Was im Haarzyklus wirklich passiert

Die Telogenphase: Was im Haarzyklus wirklich passiert

Um das Frühlings-Shedding wirklich zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf den Haarzyklus, den jedes einzelne Haar auf unserem Kopf durchläuft. Dieser Zyklus besteht aus drei Phasen: Die Anagenphase ist die aktive Wachstumsphase und dauert zwischen zwei und sechs Jahren. In dieser Zeit wird das Haar kontinuierlich über die Haarwurzel mit Nährstoffen versorgt und wächst etwa einen Zentimeter pro Monat. Darauf folgt die Katagenphase, eine kurze Übergangsphase von etwa zwei bis drei Wochen, in der sich das Haar von der Nährstoffversorgung löst und das Wachstum einstellt. Schließlich tritt das Haar in die Telogenphase ein – die Ruhephase, die rund zwei bis vier Monate dauert. Am Ende dieser Phase fällt das Haar aus, und ein neues Haar beginnt im selben Follikel zu wachsen.

Der entscheidende Punkt beim Frühlings-Shedding liegt in der saisonalen Synchronisation dieses Zyklus. Forschungen zeigen, dass im Spätsommer und Frühherbst ein höherer Anteil der Haare in die Telogenphase eintritt. Verantwortlich dafür ist unter anderem der Einfluss von Tageslicht auf die Melatoninproduktion, die wiederum den Haarzyklus beeinflusst. Diese Haare verbleiben über den Winter in der Ruhephase und fallen dann im Frühling – häufig innerhalb weniger Wochen – geballt aus. Was sich dramatisch anfühlt, ist also lediglich das zeitversetzte Ergebnis eines Prozesses, der Monate zuvor begonnen hat.

100 Haare am Tag: Was ist normal, was ist zu viel?

Der menschliche Kopf trägt durchschnittlich 80.000 bis 120.000 Haare, und ein täglicher Verlust von 50 bis 100 Haaren gilt als vollkommen normal. Im Frühling kann diese Zahl kurzfristig auf 100 bis 150 Haare pro Tag ansteigen, ohne dass ein krankhafter Hintergrund vorliegt. Das klingt nach viel, relativiert sich aber schnell, wenn man bedenkt, dass dies weniger als 0,2 Prozent des gesamten Haarbestands ausmacht.

Wer sich unsicher ist, kann einfache Selbsttests durchführen. Beim sogenannten Zupftest greift man mit Daumen und Zeigefinger eine kleine Strähne von etwa 60 Haaren und zieht sanft daran. Lösen sich dabei weniger als sechs Haare, liegt der Haarausfall im Normbereich. Beim Sammeltest werden über drei bis fünf Tage alle ausgefallenen Haare gesammelt und gezählt – eine Methode, die zwar etwas Geduld erfordert, aber ein realistisches Bild liefert. Sollte der verstärkte Haarausfall länger als sechs bis acht Wochen anhalten oder deutlich über 150 Haare pro Tag hinausgehen, ist ein Besuch beim Dermatologen ratsam.

Warum trifft es so viele Frauen im Frühling?

Dass Frauen das Frühlings-Shedding häufig intensiver wahrnehmen als Männer, hat mehrere Gründe. Zum einen reagiert der weibliche Hormonhaushalt empfindlicher auf jahreszeitliche Schwankungen. Der Wechsel von kurzen, dunklen Wintertagen zu längeren Lichtphasen beeinflusst die Ausschüttung von Östrogen und Melatonin, was sich direkt auf den Haarzyklus auswirken kann. Zum anderen spielen Faktoren eine Rolle, die sich über die Wintermonate aufgebaut haben: Ein Vitamin-D-Mangel, der nach monatelanger reduzierter Sonneneinstrahlung bei vielen Frauen nachweisbar ist, kann das Haarwachstum verlangsamen. Gleichzeitig schwächen Stress, Bewegungsmangel und eine einseitigere Ernährung im Winter das Immunsystem – und damit indirekt auch die Haarfollikel. Nicht zuletzt haben Frauen durch ihre durchschnittlich längeren Haare schlicht eine höhere optische Wahrnehmung: Ein langes Haar auf dem Kissen fällt deutlich stärker auf als ein kurzes.

Frühlings-Shedding oder Haarausfall: Wann sollte ich zum Arzt?

Auch wenn Frühlings-Shedding in der Regel harmlos ist, gibt es klare Warnsignale, die eine ärztliche Abklärung erfordern. Dazu gehören kahle oder deutlich ausgedünnte Stellen, kreisrunder Haarausfall, Rötungen, Schuppung oder Juckreiz auf der Kopfhaut sowie ein Haarausfall, der länger als sechs Wochen unvermindert anhält. Auch wenn zusätzlich Symptome wie Müdigkeit, brüchige Nägel oder Gewichtsveränderungen auftreten, sollte ein Arzt konsultiert werden, da hier möglicherweise eine Schilddrüsenerkrankung oder ein Nährstoffmangel zugrunde liegt.

Die richtige Anlaufstelle ist in erster Linie eine dermatologische Praxis. Dort kann mithilfe eines Trichogramms – einer mikroskopischen Analyse der Haarwurzeln – festgestellt werden, ob tatsächlich ein krankhafter Haarausfall vorliegt oder ob es sich um normales Shedding handelt. Ergänzend kann eine Blutuntersuchung beim Hausarzt Aufschluss über Eisenwerte, Schilddrüsenhormone und Vitaminversorgung geben.

Was die Kopfhaut jetzt braucht: Pflege und Unterstützung

Die Übergangszeit im Frühling ist ideal, um der Kopfhaut gezielt etwas Gutes zu tun. Milde, sulfatfreie Shampoos reinigen sanft, ohne die natürliche Schutzbarriere der Kopfhaut anzugreifen. Regelmäßige Kopfhautmassagen – am besten mit den Fingerkuppen in kreisenden Bewegungen – fördern die Durchblutung und regen die Nährstoffversorgung der Haarfollikel an.

Von innen unterstützen Biotin, Zink, Eisen und Omega-3-Fettsäuren das Haarwachstum nachhaltig. Eine ausgewogene Ernährung mit Hülsenfrüchten, Nüssen, fettem Fisch und grünem Blattgemüse deckt einen Großteil dieses Bedarfs. Bei nachgewiesenem Mangel können gezielte Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein – idealerweise nach Rücksprache mit einem Arzt. In der Haarpflege selbst lohnt sich der Griff zu Produkten mit Koffein, das die Haarwurzeln stimuliert, Niacinamid, das die Kopfhaut beruhigt und stärkt, sowie Panthenol, das Feuchtigkeit spendet und die Haarstruktur glättet.

Häufige Fehler, die den Haarausfall verschlimmern

Gerade wenn die Haare vermehrt ausfallen, neigen viele Frauen zu Verhaltensweisen, die das Problem ungewollt verstärken. Zu häufiges Waschen trocknet die Kopfhaut aus und kann die Talgproduktion aus dem Gleichgewicht bringen. Heißes Föhnen und aggressives Styling mit Glätteisen oder Lockenstab strapazieren das ohnehin belastete Haar zusätzlich. Eng gebundene Zöpfe und strenge Hochsteckfrisuren erzeugen mechanischen Zug an den Haarwurzeln, der den Ausfall beschleunigen kann.

Ein besonders häufiger Fehler im Frühling: Crash-Diäten. Der Wunsch, schnell die Winterpfunde loszuwerden, führt nicht selten zu einer drastisch reduzierten Nährstoffzufuhr – und der Körper reagiert, indem er nicht lebenswichtige Funktionen wie das Haarwachstum herunterfährt. Ebenso kontraproduktiv ist das ständige Kontrollieren und Zählen der ausgefallenen Haare, denn der damit verbundene Stress wirkt sich nachweislich negativ auf den Haarzyklus aus.

Fazit: Vertrauen in den eigenen Körper

Frühlings-Shedding ist kein Alarmsignal, sondern ein Zeichen dafür, dass der Haarzyklus funktioniert. Der Körper trennt sich von Haaren, die ihre Lebenszeit erreicht haben, und schafft Raum für neues Wachstum. Wer diesen Prozess versteht, kann ihm gelassen begegnen, die Kopfhaut mit der richtigen Pflege unterstützen und darauf vertrauen, dass sich der Haarausfall innerhalb weniger Wochen von selbst reguliert. Sollte die Situation dennoch Unbehagen bereiten oder ungewöhnlich lange anhalten, ist der Gang zum Dermatologen jederzeit der richtige Schritt – nicht aus Panik, sondern aus kluger Vorsorge.

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Koffein-Shampoos gehören zu den beliebtesten Pflegeprodukten bei saisonalem Haarausfall – und das aus gutem Grund. Das enthaltene Koffein dringt direkt in die Haarfollikel ein, stimuliert die Durchblutung der Kopfhaut und kann die Wachstumsphase der Haare verlängern. Besonders in der Phase des Frühlings-Sheddings unterstützt ein koffeinhaltiges Shampoo die Haarwurzeln gezielt bei der Regeneration. Tipp: Das Shampoo beim Waschen mindestens zwei Minuten einwirken lassen, damit die Wirkstoffe ausreichend Zeit haben, in die Kopfhaut einzuziehen.

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Biotin, auch als Vitamin B7 bekannt, gilt als eines der wichtigsten Vitamine für gesundes Haarwachstum. Es stärkt die Keratinstruktur des Haares von innen und kann brüchigem, dünner werdendem Haar entgegenwirken. Gerade nach den Wintermonaten, in denen die Nährstoffversorgung häufig nicht optimal ist, kann eine gezielte Biotin-Supplementierung sinnvoll sein. Tipp: Hochdosierte Präparate mit mindestens 10.000 Mikrogramm entfalten ihre Wirkung am besten in Kombination mit Zink und Selen – achte daher auf Kombi-Präparate.

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Eine Kopfhaut-Massagebürste aus Silikon ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Hilfsmittel zur Förderung der Durchblutung. Die weichen Noppen massieren die Kopfhaut sanft bei jeder Haarwäsche, lösen Ablagerungen und Talg und regen die Nährstoffversorgung der Haarfollikel an. Regelmäßige Kopfhautmassagen können nachweislich die Haardicke positiv beeinflussen. Tipp: Verwende die Massagebürste in kreisenden Bewegungen mit leichtem Druck – idealerweise zusammen mit deinem Shampoo oder einem Kopfhautserum für einen doppelten Pflegeeffekt.

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Kopfhautseren mit wachstumsfördernden Wirkstoffen wie Koffein, Redensyl oder Peptiden setzen gezielt an der Haarwurzel an und schaffen optimale Bedingungen für neues Haarwachstum. Anders als Shampoos werden Seren nicht ausgespült und können ihre Wirkstoffe über Stunden hinweg an die Follikel abgeben. Besonders in der Nachwachsphase nach dem Frühlings-Shedding bieten sie eine wertvolle Unterstützung. Tipp: Trage das Serum abends auf die trockene Kopfhaut auf und massiere es mit den Fingerkuppen ein – über Nacht können die Wirkstoffe ungestört arbeiten.

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Was viele unterschätzen: Die Kissenbezüge aus herkömmlicher Baumwolle erzeugen im Schlaf Reibung, die das Haar strapaziert, aufraut und den Haarausfall begünstigen kann. Seidenkissenbezüge reduzieren diese Reibung erheblich, sorgen für weniger Haarbruch und halten gleichzeitig die Feuchtigkeit im Haar. Gerade in der empfindlichen Phase des Frühlings-Sheddings schützt ein Seidenkissenbezug das ohnehin belastete Haar über Nacht. Tipp: Echte Maulbeerseide mit einem Momme-Wert von mindestens 19 bietet die beste Qualität und den größten Schutzeffekt für Haar und Haut.

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Zink und Eisen gehören zu den häufigsten Mangelwerten bei Frauen – und beide Mineralstoffe spielen eine entscheidende Rolle für gesundes Haarwachstum. Eisen sorgt für den Sauerstofftransport zu den Haarwurzeln, während Zink die Zellteilung in den Follikeln unterstützt und entzündungshemmend auf die Kopfhaut wirkt. Nach einem langen Winter sind die Speicher häufig erschöpft, was den saisonalen Haarausfall zusätzlich verstärken kann. Tipp: Lass vor der Einnahme unbedingt deine Blutwerte beim Hausarzt prüfen – eine Überversorgung mit Eisen kann gesundheitliche Nebenwirkungen haben.

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Ein hochwertiger Leave-in Conditioner schützt das Haar nach dem Waschen vor mechanischer Belastung, Hitze und Umwelteinflüssen. Er legt sich wie ein unsichtbarer Schutzfilm um jede einzelne Haarfaser, reduziert Haarbruch und erleichtert das Kämmen – was gerade bei verstärktem Haarverlust wichtig ist, da weniger Haare durch Ziehen und Zerren herausgerissen werden. Tipp: Trage den Leave-in Conditioner ausschließlich in die Längen und Spitzen auf und spare die Kopfhaut aus, um die Ansätze nicht unnötig zu beschweren.

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Omega-3-Fettsäuren nähren die Kopfhaut von innen, wirken entzündungshemmend und fördern die Elastizität der Haarstruktur. Studien zeigen, dass eine ausreichende Versorgung mit Omega-3 die Haardichte positiv beeinflussen und die Dauer der Wachstumsphase verlängern kann. Besonders nach dem Winter, in dem viele Frauen weniger fetten Fisch und hochwertige Öle zu sich nehmen, kann eine Supplementierung den Unterschied machen. Tipp: Achte auf Präparate mit einem hohen EPA- und DHA-Anteil – diese beiden Fettsäuren sind die eigentlichen Wirkstoffe und sollten zusammen mindestens 1.000 Milligramm pro Tagesdosis betragen.

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Häufige Leserfragen zum Thema Frühlings-Shedding

Ist es normal, dass ich im Frühling plötzlich so viele Haare verliere?

Ja, absolut. Der saisonale Haarwechsel im Frühling gehört zu den natürlichsten Vorgängen des Körpers. Viele Haare treten im Spätsommer in die Ruhephase ein und fallen dann zeitversetzt im März und April aus. Solange der verstärkte Haarverlust gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt ist und nach vier bis sechs Wochen nachlässt, besteht kein Grund zur Sorge. Tipp: Beobachte den Verlauf über einige Wochen, anstatt einzelne Tage zu bewerten – Schwankungen sind völlig normal.

Wie kann ich Frühlings-Shedding von krankhaftem Haarausfall unterscheiden?

Der wichtigste Unterschied liegt im Muster und in der Dauer. Frühlings-Shedding betrifft den gesamten Kopf gleichmäßig und klingt innerhalb von vier bis acht Wochen von selbst ab. Krankhafter Haarausfall zeigt sich dagegen häufig durch lokale Ausdünnungen, kahle Stellen, sichtbare Kopfhaut am Scheitel oder entzündliche Veränderungen. Tipp: Wenn zusätzlich Symptome wie Juckreiz, Schuppung oder brüchige Nägel auftreten, sollte eine dermatologische Praxis aufgesucht werden – ein Trichogramm gibt schnell Klarheit.

Hilft häufigeres Waschen oder sollte ich die Haare seltener waschen?

Weder das eine noch das andere Extrem ist ideal. Zu häufiges Waschen trocknet die Kopfhaut aus und kann die Talgproduktion stören, während zu seltenes Waschen überschüssigen Talg und Ablagerungen auf der Kopfhaut begünstigt, was die Follikel belasten kann. Tipp: Zwei bis drei Haarwäschen pro Woche mit einem milden, sulfatfreien Shampoo sind für die meisten Frauen im Frühling die beste Balance. Die Wassertemperatur sollte dabei lauwarm statt heiß sein, um die Kopfhaut nicht zusätzlich zu reizen.

Welche Vitamine und Nährstoffe unterstützen das Haarwachstum jetzt am besten?

Besonders wichtig für kräftiges Haarwachstum sind Biotin, Zink, Eisen und Omega-3-Fettsäuren. Biotin stärkt die Haarstruktur von innen, Zink unterstützt die Zellteilung in den Haarfollikeln, Eisen sorgt für die Sauerstoffversorgung der Haarwurzeln, und Omega-3-Fettsäuren nähren die Kopfhaut. Auch Vitamin D spielt nach den dunklen Wintermonaten eine entscheidende Rolle. Tipp: Bevor du zu Nahrungsergänzungsmitteln greifst, lass beim Hausarzt ein Blutbild machen – eine gezielte Supplementierung auf Basis tatsächlicher Werte ist deutlich wirksamer als eine pauschale Einnahme.

Können bestimmte Frisuren den Haarausfall im Frühling verschlimmern?

Ja, mechanischer Zug an den Haarwurzeln kann den saisonalen Haarausfall tatsächlich verstärken. Eng gebundene Zöpfe, straffe Dutts und Hochsteckfrisuren belasten die Follikel dauerhaft und können im schlimmsten Fall zu einer sogenannten Traktionsalopezie führen. Besonders in der Phase des Frühlings-Sheddings, wenn sich ohnehin mehr Haare in der Ausfallphase befinden, reagieren die Haarwurzeln empfindlicher auf Zugbelastung. Tipp: Setze in den Frühlingswochen auf lockere Flechtfrisuren, offene Haare oder weiche Haargummis aus Seide oder Stoff, die das Haar schonend zusammenhalten.

Macht es Sinn, jetzt spezielle Anti-Haarausfall-Shampoos zu verwenden?

Spezielle Shampoos können unterstützend wirken, allerdings sollte man die Erwartungen realistisch halten. Produkte mit Koffein regen die Durchblutung der Kopfhaut an und können die Haarwurzeln stimulieren. Niacinamid beruhigt gereizte Kopfhaut und stärkt die Hautbarriere, während Panthenol Feuchtigkeit spendet und die Haarstruktur glättet. Ein Shampoo allein kann saisonales Shedding allerdings nicht stoppen, da der Prozess biologisch gesteuert ist. Tipp: Achte weniger auf Werbeversprechen und mehr auf die Inhaltsstoffliste – ein gutes Shampoo für diese Phase ist mild, frei von aggressiven Sulfaten und enthält pflegende Wirkstoffe wie Koffein oder Panthenol in den ersten Positionen der INCI-Liste.

Kann Stress den Frühlings-Haarausfall verstärken?

Definitiv. Stress gehört zu den stärksten Auslösern für diffusen Haarausfall und kann das ohnehin verstärkte Frühlings-Shedding deutlich intensivieren. Bei anhaltendem Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus, was die Wachstumsphase der Haare verkürzt und mehr Haare vorzeitig in die Telogenphase schickt. Das Tückische daran: Stressbedingter Haarausfall zeigt sich oft erst zwei bis drei Monate nach der Belastungsphase und überlagert sich dann mit dem saisonalen Shedding. Tipp: Regelmäßige Kopfhautmassagen, Bewegung an der frischen Luft und bewusste Entspannungsmomente wirken nicht nur dem Stresslevel entgegen, sondern fördern gleichzeitig die Durchblutung der Kopfhaut.

Wann wachsen die ausgefallenen Haare wieder nach?

Die gute Nachricht: Beim Frühlings-Shedding wachsen die ausgefallenen Haare in aller Regel vollständig nach. Sobald das alte Haar ausfällt, beginnt im selben Follikel bereits ein neues Haar zu wachsen. Bis dieses neue Haar sichtbar wird und eine gewisse Länge erreicht, vergehen allerdings einige Wochen bis Monate. Erfahrungsgemäß bemerken die meisten Frauen ab Juni oder Juli, dass sich das Haarvolumen wieder normalisiert und kleine, nachwachsende Härchen am Ansatz sichtbar werden. Tipp: Geduld ist hier der wichtigste Verbündete. Unterstützend wirken in dieser Phase Leave-in-Pflegen und leichte Kopfhautseren, die das nachwachsende Haar von Beginn an stärken und schützen.

Letzte Aktualisierung am 2026-05-16 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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Jan Oliver Fricke
Jan Oliver Fricke
Als Herausgeber und Autor von Corporel Kosmetik Magazin ist es mir eine Freude über das Thema Kosmetik zu schreiben, neue Trends zu entdecken, oder bei Problemen zu helfen.

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